Das Steildach

Unter dem Begriff "Steildach" werden hier alle geneigten Dachkonstruktionen zusammengefasst. Die Deckungsarten sind sehr vielfältig und reichen von traditionell schuppenförmig gedeckten Materialien wie Ton- und Betonziegel, Dachschiefer, Naturschiefer bis hin zu den unterschiedlichsten Formen von Metalleindeckungen.

Gemeinsam müssen jedoch alle Konstruktionen die gleiche Aufgabe erfüllen. Sie halten das Regenwasser fern von Wohn-, Büro- und Lagerräume, erfüllen bauphysikalische Bedingungen in Bezug auf Wärmedämmung und Abführen von Luftfeuchtigkeit und schützen Bewohner und wertvolles Hab und Gut vor negativen Umwelteinflüssen. Damit Ihr Dach diese wichtigen Funktionen auch längerfristig erfüllen kann, ist ein periodischer Unterhalt unerlässlich.

Beispiele möglicher Mängel am Steildach

1. Dachrinnen

Verstopfte Dachrinnen bilden das klassische Beispiel. Im Besonderen führen in der Nähe befindliche Bäume regelmässig zu verstopften Dachrinnen. Laub, Nadeln und kleine Äste bleiben in den Rinnen liegen und stauen das Regenwasser auf. Die Dachrinne läuft über und kann ihre Selbstreinigung nicht mehr erfüllen. Moos auf den Dachflächen fördert ebenfalls die Verstopfung der Dachrinne.

 

Bei halbrunden Dachrinnen kann in einem solchen Fall das Wasser nach vorne überlaufen. Trotzdem besteht die Gefahr von Verschmutzung der Fassade und Verstopfung der Ablaufrohre und der Kanalisation.

Bei älteren Dachrinnen aus verzinkten Blechen wird durch diesen Rückstau besonders die Korrosion beschleunigt.

 

 

Bei sogenannten eingelegten eckigen Rinnen kann das angestaute Regenwasser rückseitig in die Vordachkonstruktion gelangen und nach einiger Zeit zu Fäulnis im Holz führen.

 

 

 

 

 

Dachrinne nach Kontrollgang bzw. Reinigung. Variante Einbau "Laubstop" in Dachrinne. Das aufgesetzte Gitter (Kunststoff oder Metall) verhindert, dass sich Ablagerungen in den Rinnen bilden.

 

Weitere Beispiele von häufigen Mängeln bei Dachrinnen: Gerrissene, undichte Lötnaht, bzw. beschädigte, undichte Rinnendilatation.

 

2. Ablaufrohre

Abgerutsche Ablaufrohre bzw. gelöste Steckverbindungen. Der sichere Wasserabfluss ist unterbrochen und kann die Aussenfassade verschmutzen, durchnässen und beschädigen

 

 

Häufig findet man auch angerostete Sockelrohre und fehlende Verschraubungen bei Rohrhalterungen in der Fassade. 

Ebenfalls anzutreffen sind verstopfte Ablaufrohre vorallem im Bereich direkt bei Einläufen von der Dachrinne ins Ablaufrohr bzw. dem Verbindungsrohr an die Aussenfassade. 

Nicht selten gelangen diese Rückstände bis in die Kanalisation und verursachen einen Rückstau. Im Winter gefriert das Wasser in den Rohren und führt zum Aufplatzen der Ablaufrohre.

Die Rohre können nur noch ersetzt werden, eine Reinigung ist nicht mehr möglich. Zudem muss die Kanalisation durchgespühlt werden.

 

3. Dachflächen

Solche Schadensbilder können vermieden werden! Bei ungedämmten Dachkonstruktionen wie hier im Beispiel (Altbau mit Estrich) ist ein Mangel an der Dacheindeckung schnell einmal sichtbar. Und es muss gehandelt werden. 

 


Bei Neubauten mit bewohnten und wärmegedämmten Dachraum dauert es wesentlich länger, bis ein Schaden festgestellt werden kann. Dann hat aber die Unterkonstruktion wie auch das Dämmmaterial bereits Schaden genommen und es entstehen hohe Reparaturkosten.

Mit einer periodischen Dachkontrolle können solche Schadensbilder verhindert werden.

 

 

 

In den häufigsten Fällen sind defekte Ziegel und Dachschiefer der Grund für Wassereinbrüche. Werden diese Mängel über Monate und Jahre hinweg nicht entdeckt, kann das eindringende Regenwasser und der Schnee im Winter, erheblichen Schaden an der Unterkonstruktion und Fäulnis an der Holzlattung herbeiführen.

Die Folge davon sind umfangreiche und kostenintensive Sanierungsarbeiten, welche durch einen regelmässigen Unterhalt hätten vermieden werden können.

 

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Achtung, Asbest!

Beispiel einer Dachfläche mit asbesthaltigen Dachwellplatten.

Der Einsatz solcher Produkte ist heute verboten. Beim Abbruch müssen diese Wellplatten gesondert entsorgt werden. Aus gesundheitlichen Gründen ist auch im Aussenbereich davon abzuraten, solche Dachplatten maschinell zu bearbeiten.  

 

 

Alterungsbedingte Rissbildungen in den Dachwellplatten.

Zur Instandstellung kommt nur noch ein Ersatz dieser Platten in Frage.

 

 

 

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Teilstück der Wellplatte ausgebrochen

Verursacht durch Schneelast, Bewegungen im Dach oder unfachmännisches Begehen der Dachfläche.

 

Schäden entstehen nicht nur an älteren Gebäuden. Auch neuere Dächer sollten entsprechend und periodisch kontrolliert werden, wie nachfolgendes Beispiel zeigt.


Höhere Druckbelastung für das Eindeckungsmaterial besteht vorallem im Bereich Schneefang.

Die hohe Schneelast drückt auf die Schneefanghalterungen und führt zum Bruch des Ziegels.

 

 

 

 

Gut sichtbar von aussen sind oberflächige Abplatzungen (Frostschäden) bei Ziegeln. Einmal eingetreten, wird sich dieser Vorgang stetig weiterentwickeln! Gefrierendes Regen- oder Schmelzwasser fördert diesen Prozess.

 

Eine Metalldacheindeckung gehört zu den sichersten Dachabdichtungen.

Dennoch ist es auch bei solchen Kontruktionen, unabhängig der Materialwahl, zu empfehlen, regelmässige Kontrollgänge durchzuführen.

Im nachfolgenden Beispiel ist die Blechbekleidung an einigen Stellen korrodiert. Regen- und Schmelzwasser dringt in die Unterkonstruktion ein. 

 

Dabei kann es viele Monate dauern, bis ein solcher Schaden von innen sichtbar wird. Während dieser Zeit konnte jedoch stets Regenwasser in die Dachkonstruktion eindringen und entsprechenden Schaden anrichten.

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Typische Mängel lassen sich auch bei den Falzverbindungen sowie bei An- und Abschlüssen finden. Ermüdungserscheinungen durch fehlende Ausdehnungsmöglichkeiten führen zu Spannungsrissen. Notdürftige Reparaturen, wie folgende Beispiele zeigen, bieten nur sehr kurzfristigen Schutz.


Auf längere Frist sollten defekte Blechbahnen ersetzt werden.

vorher
nachher

 

Ungebetene Gäste auf dem Dach...


Auch bei den folgenden Dächern war ein Unterhalt erforderlich. Laub, Moos und weitere Ablagerungen auf der Dacheindeckung sind nicht zu unterschätzen. Moos wirkt wie ein Schwamm und bringt Feuchtigkeit unter die Ziegeleindeckung.

Zudem wird das Moos bei starken Regenfällen in die Dachrinnen abgeschwemmt und führt dort zu Verstopfungen und Rückstau, wie bereits im Kapitel Dachrinnen erwähnt.

 

 

Laub und Nadeln beeinträchtigen wohl die Eindeckung nicht negativ, verstopfen aber die Dachrinnen und Ablaufrohre sowie das gesamte Entwässerungssystem des Daches. Die Folge davon; überlaufende Dachrinnen, im Winter aufgeplatzte Ablaufrohre oder gar Rückstau in der Kanalisation.

 



Häufig gemeldet werden Wassereintritte im Bereich der Dachflächenfenster.

Zu 90% liegt dabei die Ursache ebenfalls an abgeschwemmten Ablagerungen, welche die seitlichen Rinnenprofile der Dachfenster verstopfen. Das Regenwasser überläuft auf das Unterdach und bei fehlender Dichtigkeit in den Wohnraum.

 



Zu den negativen äusseren Einflüssen gehören selbstverständlich auch Sturmwinde.

Insbesondere nach starken Windböen sollte die Dacheindeckung visuell kontrolliert werden. Verschobene Flächenziegel oder ungenügend befestigte Firstziegel bieten dem nachfolgenden Regen freien Eintritt in die Dachkonstruktion.

 

4. Dach-Durchdringungen und Blechabschlüsse

Ein Beispiel, welches oft anzutreffen ist... Rissbildungen im Mauerwerk und Aussenputz, welcher sich ablöst. Einmal begonnen, wird sich dieser Vorgang durch eindringendes Regenwasser von Jahr zu Jahr immer stärker weiterentwickeln. Speziell in der kalten Jahreszeit, wenn das Wasser gefriert. Als Alternative zur Erneuerung des Mauerwerks und Aussenputz, bietet sich die wartungsarme Lösung der kompletten Bekleidung mit Blech an. Diese Bleche werden nicht direkt auf das Mauerwerk befestigt. Zwischen Blechbekleidung und Mauerwerk wird konstruktiv eine Hinterlüftungsebene erstellt.

vorher
nacher

 

Beispiel schadhafte Kaminabdeckung:

vorher
nacher

 

 

Sichtbare Holzbauteile: 

 

Sichtbare Holzbauteile wie Stirn- und Ortbretter bzw. Ziegelleisten oder auch Lukarnenwände und Fensterbänke, benötigen einen entsprechenden Witterungsschutz. Zum Schutz der sichtbaren Bauteile aus Holz bieten sich grundsätzlich zwei verschiedene Möglichkeiten an:

1. in periodischen Abständen neu streichen lassen

2. als langfristige, nahezu wartungsfreie Lösung die Bekleidung mit Blech oder Faserzement (Eternit).

 

Das nachfolgende Beispiel zeigt die Lösung mit Bekleidung aus Kupferblech

vorher
nacher mit Kupfereinfassung

 

 

Sanitärabluft über Dach:

Gelöste Steckverbindung von Kunststoff-Abschlusszarge. Zwischen Zarge und Dacheinfassung dringt Wasser in die Dachkonstruktkon.  



Defekte Dachziegel bei Spenglereinfassungen bzw. Dachdurchdringungen.

Mögliche Ursachen sind u.a. Sturmwinde, Schneelast oder das Betreten des Daches.  

 


5. Mängel mit Schadenpotential durch nicht fachgerechte Ausführung

 

Versuch von Marderschutz durch nachträglichen Einbau von Bleilappen.

Nun fliesst das Wasser von oben her hinter die aufgesetzten Bleilappen und kann nicht mehr frei und ungehindert abfliessen. Lagert sich zu viel Schmutz ab, führt es zu Rückstau und Wasser auf dem Unterdach.

 

 

 

 

 

 

 

 

Lose Stirnblende mit mangelnder Befestigung. Beim nächsten Sturm könnte sich diese Abdeckung komplett ablösen und zum gefährlichen "Geschoss" werden.

 

Fehlende Blechüberdeckung.

Das Regenwasser fliesst ungehindert in die Dachkonstruktion.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fehlende Blechaufbordung bei Anschluss Aussendämmung Fassade an Blechabdeckung.

Regenwasser fliesst in die Aussendämmung, steigt durch Kapilarwirkung hinter dem Fassadenputz. Bei längeren Frostperioden wird sich der Fassadenputz ablösen.

 

 

Verwendung unterschiedlicher Bleche.

In diesem Fall nur optisch störend. Fallweise kann es aber auch zu einer Kontaktkorrosion führen.

 

 

 

 

 

Fehlendes Teilstück einer Blechabdeckung.

Seitliche Holzleiste ist ungeschützt und anfällig für Fäulnis. Zudem tritt Regenwasser in die Dachkonstruktion ein.

 

6. Schnee - eine Gefahr

Fehlende oder ungenügende Vorrichtungen gegen Schneerutsch von Dächern führen zur Gefährdung von Personen im Freien und zu Schäden an Dachaufbauten und an tiefer gelegenen Gebäudeteilen.

Lesen Sie mehr zum Thema "Schneefangsysteme" in der Navigation unter "Schnee - eine Gefahr!".

 

 

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